Santería

Die Santería gehört zu den afro-amerikanischen Religionen und gilt als Naturreligion. Es gibt allerdings Unterschiede zwischen der afro-karibischen (u.a. die afro-kubanischen), der afro-guayanischen und der afro-brasilianischen Kulte. Die Santería ist ein synkretistisches Produkt aus verschiedensten Einflüssen: Neben starken Elementen der afrikanischen Yoruba-Religion finden sich in dieser Religion Elemente des Katholizismus, des Spiritismus nach Allan Kardec, und anderer theosophischer und esoterischer Weltanschauungen.

In der Santería existiert die Vorstellung einer obersten Gottheit (Olodumaré, Olofi). Olodumaré ist Schöpfer des Lebens, aller Energie (aché) und Schöpfer der Orishás.

Orishás (Yoruba: òrìsà; brasilianisch orixá) sind Geistwesen/Gottheiten, die verschiedene Manifestationen von Oludumaré repräsentieren.

Es gibt bis zu 600 verschiedene Orishás, in der Santería werden aber nur etwa zwei Dutzend von ihnen verehrt.

URSPRUNG

Der Ursprung der Religion Santería ist in Westafrika, beim Volk der Yoruba zu finden. Das Gebiet dieser Ethnie, das sogenannte Yorubaland, erstreckt sich durchschnittlich 300 km Richtung Norden von der Küste ins Landesinnere und schließt im Nordosten die Städte Ondo und Ilorin ein. Im Nordwesten dehnt es sich über die Grenzen Nigerias über die Republik von Benin bis in das Zentrum von Togo aus.

Die Religion des Yorubavolkes ist keine Buchreligion, das gesamte System stützt sich vielmehr auf die sogenannten patakíes (überlieferte Erzählungen und Mythen), die von Generation zu Generation mündlich weitergegeben werden.

Durch den transatlantischen Sklavenhandel wurden viele Angehörige des Yorubavolkes samt ihrer Religion und Kultur in die Neue Welt gebracht, wo sie lernten, sich ihrer neuen Umwelt anzupassen. Natürlich gingen viele Merkmale ihres Kulturguts auf dem Wege dorthin verloren und wurden durch die Christen gewaltsam unterdrückt. Dennoch waren die Yoruba in der Lage, zu mindestens einen Teil ihrer Religion und somit ein Stück ihrer Identität bis heute zu bewahren.

santeria 1

TRANCE UND SPIRITISMUS

In der Religion der Santería sind die Verehrung der verstorbenen Vorfahren und die Kontaktaufnahme mit diesen sehr wichtigen Elementen. Verehrt werden nicht nur die Geister (Spirits) der eigenen Vorfahren, sondern auch die Verstorbenen der Glaubensgemeinschaften, die für die Santeros durchaus die Bedeutung einer spirituellen Familie haben. Die Verbindung zu dieser Familie ist sehr stark ausgeprägt und jedes Mitglied ist verpflichtet, sich gegenüber seinen geistlichen Schwestern und Brüdern entsprechend zu verhalten.

Der wohl eindrücklichste Weg, den Geistwesen (Spirits und Orishás) nahe zu kommen, ist die Trance: Mit Musik (wenn möglich mit Batá-Trommeln) und Tänzen werden die Geistwesen gerufen. Ein Orishá oder ein Spirit nimmt von dem Menschen Besitz. Dies zeigt sich darin, dass sich ein betroffener Mensch plötzlich ganz anders verhält (je nach Charakter des Orishá, des Spirits), sich anders bewegt, wild tanzt oder eventuell Dinge sagt, die von der Gemeinde als Botschaften dieses Orishá oder Spirit aufgenommen werden. An der Art dieses Verhaltens können Erfahrene sehen, welcher Orishá oder Spirit „da ist“. Durch die Trance kann der Orishá oder Spirit energetische Blockladen lösen, wichtige Botschaften und/oder notwendige Rituale durchgeben, die zur Lösung eines Problems beitragen können.

Im Zusammenhang mit der Verehrung von Spirits sind viele Elemente des Spiritismus (Kardecismus) in der Santería übernommen worden; viele Rituale lehnen stark an diese Lehre an.

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